Technische Analyse: Trends nach Charles Dow

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Die technische Analyse beschäftigt sich hauptsächlich mit der Analyse von Trends, Formationen und Mustern sowie diversen Indikatoren und Oszillatoren. Basis für die Analysen sind historische Kursdaten, die anhand von diversen Chartarten abgebildet werden. Mit den Ergebnissen dieser Analysen werden Tradingstrategien entwickelt, mögliche zukünftige Kursverläufe prognostiziert und schließlich Anlageentscheidungen getroffen. Nach und nach werde ich hier Artikel zu den folgenden relevanten Themen veröffentlichen.

  • Trends
  • Formationen und Muster
  • Candlestickformationen
  • Indikatoren und Oszillatoren
  • Chartarten
  • Tradingstrategien

Heute starte ich mit den Trends:
Letztendlich sind die Ursprünge der Technischen Analyse auf die Theorien von Charles Dow zurückzuführen. Der weltweit stark beachtete US-amerikanische Leitindex „Dow Jones“ wurde von Charles Dow und Edward Jones entwickelt. In der Literatur sind zahlreiche Hinweise zu finden, dass Charles Dow auf drei maßgebliche Trends an den Märkten hingewiesen hat. Diese Theorien finden noch heute Beachtung und sind in nahezu jedem Buch zur technischen Analyse zu finden. Nach Charles Dow ist ein Trend folgendermaßen definiert:

Ein Aufwärtstrend zeichnet sich durch steigende Hochpunkte und steigende Tiefpunkte aus, wohingegen ein Abwärtstrend fallende Hochpunkte und fallende Tiefpunkte aufweist. Es müssen mindestens zwei steigende/fallende Hochpunkte und zwei steigende/fallende Tiefpunkte ausgebildet werden, um von einen Trend sprechen zu können. Siehe die folgende Darstellung.

01 Trends

 

Die drei angesprochenen Trends werden in Primär-, Sekundär und Tertiärtrend eingeteilt.

Primärtrends:
Primäre Trends geben die übergeordnete Richtung des Marktes vor und sind somit langfristig (mehrere Jahre) ausgerichtet. Primäre Trends sollten in den höheren Zeitebenen betrachtet werden, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. Ich bevorzuge den Monatschart. Im folgenden Chart ist der aktuell vorliegende primäre Trend des deutschen Leitindex DAX zu sehen. Der Start des primären Trends wurde im März 2009 mit einem Tief bei 3.589 Punkten markiert. Im Mai 2011 erreichte der Trend ein Zwischenhoch bei 7.600 Punkten. Anschließend korrigierte diese Bewegung bis in den September auf 4.966 Punkte. Nach der Theorie von Charles Dow konnte jedoch erst im Dezember 2012 von einem übergeordneten primären Trend gesprochen werden, da hier der Hochpunkt aus dem Mai 2011 erstmals überschritten wurde. Ein mögliches Hoch 2 ist aktuell noch nicht auszumachen. Der Markt befindet sich in einem stabilen Aufwärtstrend.

Primärtrend

 

Sekundärtrends:
Sekundäre Trends sind Trends, die sich innerhalb des Primärtrends abspielen und stellen mittelfristige Korrekturen über einen Zeitraum von 1 bis 3 Monate dar. Diese Trends sind am besten im Wochen- und Tageschart zu erkennen. Im folgenden Wochenchart sind die Korrekturen des Primärtrends gut zu erkennen. Gezeigt wird der Ausschnitt vom Tief 2 bis zum 17.06.2014 aus dem Chart des Primärtrends. Voraussetzung für die Markierung eines neuen Hochpunkts ist die Überschreitung des davor liegenden Hochpunkts!

Sekundärtrends

 

Tertiärtrend:
Diese Bewegungen entsprechen kurzfristigen Korrekturen des Sekundärtrends, die sich innerhalb eines Monats abzeichnen. Diese Bewegungen lassen sich am besten im Tages- und Stundenchart analysieren. Dow schenkte diesen Bewegungen keine Aufmerksamkeit. Als Trader und vor allem als Daytrader werden Sie das anders beurteilen. Wenn Sie Terminkontrakte traden, sind diese kurzfristigen Trends sehr wichtig, um mittelfristig davon profitieren zu können. Im folgenden Bild ist der DAX im Tageschart über die letzten 9 Monate zu sehen. Auch hier sind die Wellenbewegungen zu erkennen.

Tertiärtrend

 

Fazit:
Die Trendanalyse steht am Anfang jeder weiteren Analyse an den Märkten. D.h. bevor Kurs- und Candlestickformationen analysiert und interpretiert werden, ist es unerlässlich, den Trend des Basiswertes zu analysieren. Üben Sie die Trendanalyse, indem Sie diverse Basiswerte in unterschiedlichen Zeitebenen beurteilen. Drucken Sie sich die „nackten“ Candlestickcharts aus und arbeiten Sie mit Lineal, Bleistift und Textmarker. Diese Methode (back to the roots) hilft Ihnen dabei, die Trendanalyse und -bestimmung in Fleisch und Blut übergehen zu lassen. Zum Schluss noch ein Hinweis: Gegen den vorliegenden Trend zu traden, kann schmerzhaft enden, denn die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass sich der vorliegende Trend fortsetzen wird.

 

Peter D.
Traden Sie was Sie sehen, nicht was Sie denken!
Die hier vorgestellten Kommentare und Marktanalysen sind keine Beratung oder Wertpapierdienstleistung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und stellen keine Handlungsempfehlung zum Kauf oder Verkauf jeglicher Art von Wertpapieren oder Derivaten dar. Für eventuell entstehende finanzielle Schäden wird keine Haftung übernommen. Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

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