DAX – Rückblick KW17 und Ausblick KW18

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KW17 DAX WochenchartRückblick und Fakten:
Der DAX notiert am Ende der abgelaufenen Handelswoche bei 11.811 Punkten. Das entspricht im Wochenvergleich einem Kursgewinn von 122 Punkten (+1,0%). Nach den Kursverlusten in KW16 hat sich in KW17 eine Wochenkerze ausgebildet, die Unsicherheit ausstrahlt. Die Kursgewinne der ersten beiden Tage konnten nicht verteidigt werden und somit weist die aktuelle Wochenkerze einen deutlichen Docht aus. Die Konsolidierung ist nach wie vor intakt. Der Hype der letzten Wochen wurde durch die Öffnung der Geldschleusen der EZB ausgelöst und wird m.E. für eine riesige Blase (fundamental ist die Art und Weise des Kursanstiegs nicht zu erklären => m.E. eine psychologische Überbewertung) im Markt sorgen, die sich irgendwann (bisher ist charttechnisch nicht zu erkennen, wann es soweit ist) entladen wird. Die Wochenkerze weist eine Range von 403 Punkten auf. Im Bereich von 11.600 Punkten hat sich eine Unterstützungszone ausgebildet. Der Index bewegt sich im sekundären Trend in einem aufwärts gerichteten Trendkanal und ist aufgrund der laufenden Konsolidierung in die Mitte des Kanals zurückgekehrt. Aktuell findet der Kurs bei der aufwärts gerichteten Trendlinie und beim SMA10 seine Unterstützung. Das Golden Cross der beiden SMAs (10 und 40) ist trotz der Kursverluste weiterhin intakt, da die übergeordnete Performance für das Golden Cross ausschlaggebend ist. Beim Trendfolgeindikator MACD (kurzfristige Einstellungen) weitet sich das Verkaufssignal aus, jedoch steht beim SlowStochastik-Oszillator die Ampel weiterhin auf grün. Für mittel- bis langfristige Investoren sind die Signale aus dem Chart weiterhin positiv zu werten. Am Fibonacci-Retracement können Sie erkennen, dass die Korrektur bisher noch nicht einmal das 24%-Korrekturlevel der letzten mittelfristigen Aufwärtsbewegung erreicht hat.

 

KW17 DAX TageschartIm laufenden sekundären Aufwärtstrend (mit dem Tief im Oktober 2014) ist der zweimalige Ausbruch aus dem Trendkanal im Tageschart deutlich zu erkennen. Die Kanallinie wurde zuvor mehrfach getestet und anschließend konnte dieser Widerstand überwunden werden. Mitte Januar hat die Beschleunigung des Trends eingesetzt, die sicherlich durch die Entscheidung der EZB mitgetragen wird. Die Übertreibung der Aufwärtsbewegung lässt sich an den Bollinger-Bändern erkennen. Der Kurs bewegte sich über Wochen am oder über dem oberen Bollinger-Band. Am ehemaligen ATH hat sich eine bearishe Umkehrformation ausgebildet, auf die ich näher eingehen möchte. Die ersten beiden Kerzen innerhalb der linken gelben Ellipse weisen auf ein bearishes Harami hin. Es folgte eine weitere bearishe Kerze, die unter dem Tief des Harami schloss. Diese Kerzenkombination wird als Three Inside Down bezeichnet und stellt ein starkes Verkaufssignal dar, wenn diese an Kurshochs auftritt. Anschließend folgte eine zweiwöchige Korrekturbewegung von mehreren hundert Punkten in Form einer Flagge. Im tertiären Trend wird eine Flaggenbildung als Fortsetzungsformation des übergeordneten Trends angesehen. Die Formation wurde ihren Ruf gerecht und in der KW14 gelang der Ausbruch mit einer Kurslücke und einer starken weißen Kerze. Der Kurs orientierte sich in den darauffolgenden Tagen an der Trendkanallinie und am Freitag, den 10.04.2015 folgte eine weitere Kurslücke und der Ausbruch (starke weiße Kerze) aus dem Trendkanal (rechte gelbe Ellipse). Anschließend folgte der starke Abverkauf an den letzte beiden Handelstagen der KW16. Die Kurslücke vom 10.04.2015 (Ausbruch aus dem Trendkanal) ist somit als Erschöpfungslücke zu werten und die Signale sollten Beachtung finden. Die starke weiße Kerze vom ersten Handelstag der KW17 konnte sich nicht behaupten und am Dienstag kündigte sich bereits an, dass die anfänglichen Kursgewinne abverkauft werden würden. Der Kurs eröffnete mit einer nach oben gerichteten Kurslücke und hat anschließend die anfänglich positive Performance abgeben müssen. Letztendlich schloss der Kurs unter seiner Eröffnung. Das Triple Cross Over-System (SMA20, SMA50 und SMA200) bestätigt den Aufwärtstrend nach wie vor, jedoch ist der Index bereits deutlich unter seinen SMA20 zurückgefallen. Der nächste Unterstützungsbereich liegt zwischen 11.660 und 11.600 Punkte (Tief der Flagge). Zusätzlich unterstützt der SMA50. Die Verkaufssignale beim Trendfolgeindikator MACD (12, 26, 9 und 19, 39, 9) und der SlowStochastik wurden weiter ausgebaut, wobei der SlowStochastik kurz vor dem Eindringen in die Überverkauftzone steht. Swingtrader mit Longpositionen sollten den Stopp Loss zur Gewinnabsicherung auf 11.660 bzw. 11.590 Punkte nachziehen. Swingtrader mit Shortpositionen können sich zur Gewinnabsicherung an der 12.090 Punkte-Marke orientieren. Im Point&Figure-Chart (Stundenchart, Boxgröße = 0,5%, Reversal = 3) konnte das in der KW08 geformte Dreifachtop nachhaltig überwunden. Anschließend folgten zwei weitere Doppeltops, die nach oben aufgelöst wurden. Das gleicht einem „Backing and Filling“ und untermauerte den starken Aufwärtstrend. Das Kursziel bei 12.176 Punkte (Ableitung aus 11/2014) wurde mit dem ehemaligen ATH in der KW12/2015 erreicht. Zudem wurde das Kursziel bei 12.298 Punkte abgearbeitet. Das nächste Kursziel ist bei 12.735 Punkte auszumachen und ist weiterhin aktiv. Der Kurs ist durch die Konsolidierung an seiner aufwärts gerichteten Trendlinie angelangt und droht diese zu durchbrechen. Im Bereich von 11.700 Punkte hat sich eine Unterstützung im P&F-Chart herauskristallisiert, die mit dem Unterschreiten der 11.641 Punkte-Marke ihre Gültigkeit verlieren kann. Unmittelbar darunter liegt das Unterstützungniveau bei ca. 11.580 Punkte, das es zu verteidigen gilt. Diese beiden Bereiche passen sehr gut zu den o.g. Unterstützungsbereichen im Kerzenchart. In der kommenden Handelswoche könnten die Kurse erneut durch einige interessante Wirtschaftsdaten beeinflusst werden. Neben dem wöchentlichen „DAX – Rückblick und Ausblick“ erstelle ich seit einigen Wochen eine Umfrage zur Performance des DAX für die kommende Handelswoche. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich die Zeit nehmen und an der DAX – Performance-Umfrage für die kommende Woche teilnehmen.

KW17 DAX Stundenchart P&F

 

KW17 DAX StundenchartAusblick und Timing für Trader:
Ausblicke und Prognosen sind immer in Wenn/Dann-Szenarien zu betrachten und finden bei meinen Betrachtungen ihre Relevanz auf Schlusskursbasis im Stundenchart. Alle folgenden Szenarien finden ihre Gültigkeit und Umsetzung nur dann, wenn die Kriterien auf Schlusskursbasis im Stundenchart zutreffen!
Im Stundenchart können Sie die Kursbewegungen der letzten vier Handelswochen gut nachvollziehen. Der Kurs befindet sich im kurzfristigen Abwärtstrend und hat bereits eine bestätigte, akzelerierende Trendlinie ausgebildet. Das Triple Cross Over-System bestätigt den Abwärtstrend. Das nächsten kurzfristige Unterstützungslevel liegt bei 11.660 Punkte. Widerstände stellen die abwärts gerichtete Trendlinie sowie der Bereich von 11.910 bis 11.950 Punkte dar. Anhand von Support- und Resistanceansätzen lassen sich folgende Tradingszenarien ableiten:
Steigt der DAX über 11.910 Punkte, können erste aggressive Longpositionen platziert werden. Zur Bestätigung sollte das Triple Cross Over-System ebenfalls Kaufsignale aussenden. Weniger aggressive Trader warten Kurse oberhalb von 11.950 Punkte für den Einstieg ab.
Shorttrader können erste Positionen unterhalb von 11.660 Punkte platzieren bzw. können hier bereits gehaltene Positionen aufgestockt werden. Weniger mutige Shorttrader warten Kurse unterhalb von 11.590 Punkte zum Einstieg ab.
Ausblick und Timing richten sich an Swing- und Daytrader. Die genannten Tradingszenarien beziehen sich auf die Schlusskursbasis im Stundenchart. Die komplette Analyse bezieht sich auf die Schlusskursbasis der Xetra-Kurse. Beobachten Sie die Entwicklung an den Märkten und traden Sie zunehmende Wahrscheinlichkeiten, unabhängig ob long oder short!

 

Peter D.
Traden Sie was Sie sehen, nicht was Sie denken!

Die hier vorgestellten Kommentare und Marktanalysen sind keine Beratung oder Wertpapierdienstleistung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und stellen keine Handlungsempfehlung zum Kauf oder Verkauf jeglicher Art von Wertpapieren oder Derivaten dar. Für eventuell entstehende finanzielle Schäden wird keine Haftung übernommen. Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

2 Kommentare

  1. Vorweg: ich lese hier und „da“ schon länger ihre Analysen und auch Rückblicke,
    Gefällt mir gut und die grafische „Aufarbeitung“ erschließt sich mir auch meistens,
    obwohl ich manchmal gerne auch andere Zeiträume mit ansehe.
    Nun mal eine Frage:

    Zu Ausblick und Timing für Trader,

    Welche Art Trader, mit welchen Finanzprodukten, bei welcher Art Broker sind gemeint?

    Könnte man das auch genauso gut als Trader anwenden der einen zeithorizont von 2-3 Tagen bis
    zu 2 Wochen hat? Der vorzugsweise Optionsscheine ohne knockout handeln möchte.
    Welche Werte, Formationen oder Muster müsste man evtl. „mehr“ gewichten?

    1. Hallo alter Mann, Ihre Definition passt sehr gut für einen Swingtrader und Sie können natürlich die von Ihnen erwähnten Produkte zum Handeln einsetzen. Ich handle jedoch nahezu ausschließlich CFDs. Im Daytrading sehe ich mir ebenfalls andere Zeiteinheiten (z.B. 5M-Kerzenchart) und Charts (Kagi und Renko) an. Welche Formation bzw. Muster höher einzustufen ist, hängt m.E. von der Trendphase ab. Ich kann Ihnen hier die Literatur von Bulkowski empfehlen, von der ich viel gelernt habe. Gruß Peter D.

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