DAX – Rückblick KW24 und Ausblick KW25

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KW24 DAX Wochenchart2Rückblick und Fakten:
Der DAX notiert am Ende der abgelaufenen Handelswoche bei 11.196 Punkten. Das entspricht im Wochenvergleich einem Kursverlust von 1 Punkt (-0,0%). Die Wochenkerze weist eine Range von 588 Punkten auf. Erneut wurde ein neues Kurstief markiert. Im Artikel der Vorwoche habe ich darauf hingewiesen, dass der Kursbereich von 11.100 bis 11.150 Punkte eine wichtige Unterstützungszone darstellt und beim Unterschreiten zu einem sekundären Trendwechsel führen kann. Der Bereich wurde mit einem Wochentief von 10.865 Punkten (passt sehr gut zum 38,2% Fibonacci-Korrekturlevel) deutlich unterschritten, konnte jedoch auf Schlusskursbasis gehalten werden. Achten Sie weiterhin auf diesen Kursbereich! In den vergangenen Wochen habe ich darauf hingewiesen, dass die Konsolidierung einen interessanten Punkt erreicht hat, da im Tief die aufwärts gerichtete logarithmische Trendlinie des Trendkanals erreicht wurde. Eine Regel der technischen Analyse beim Traden von Trendkanälen lautet: In einem aufwärts gerichteten Trendkanal werden an der Rückkehrlinie keine Shortpositionen eröffnet, sondern Longpositionen beim Rücklauf an die Trendlinie des Kanals. Das aktuelle Unterschreiten der logarithmischen Trendlinie beträgt mehr als 3% und somit erhält der Trendlinienbruch aus technischer Sicht seine Gültigkeit. Die Wochenkerze weist Unsicherheit aus, da sie einen kleinen Kerzenkörper mit langen oberen und unteren Schatten aufweist. Das Golden Cross der beiden SMAs (10 und 40) ist trotz der laufenden Konsolidierung weiterhin intakt, da die übergeordnete Performance für das Golden Cross ausschlaggebend ist. Beim Trendfolgeindikator MACD (kurzfristige Einstellungen) ist das Verkaufssignal weiterhin aktiv. Im arithmetischen Wochenchart finden Sie zwei Trendlinien (Tief Oktober/Tief Dezember und Tief Oktober/Tief Januar) vor. Beide Trendlinien werden aktuell unter den technischen Analysten diskutiert. Die oben liegende arithmetische Trendlinie gehört zur Trendlinie im o.g. logarithmischen Chartbild. Hier ist der Trendlinienbruch ebenfalls erfolgt, da der Kurs bereits mehr als 3% unter der Trendlinie notiert. Die unten liegende Trendlinie stellt zusammen mit der 11.150 Punkte-Marke eine Kreuzunterstützung im arithmetischen Chartbild dar.

 


KW24 DAX TageschartIm laufenden sekundären Aufwärtstrend (mit dem Tief im Oktober 2014) ist der zweimalige Ausbruch aus dem Trendkanal im Tageschart deutlich zu erkennen. Die Kanallinie wurde zuvor mehrfach getestet und anschließend konnte dieser Widerstand überwunden werden. Mitte Januar hat die Beschleunigung des Trends eingesetzt, die sicherlich durch die Entscheidung der EZB mitgetragen wird. Die Übertreibung der Aufwärtsbewegung lässt sich an den Bollinger-Bändern erkennen. Der Kurs bewegte sich über Wochen am oder über dem oberen Bollinger-Band. Am ehemaligen ATH (linke gelbe Ellipse) hat sich eine bearishe Umkehrformation ausgebildet, auf die ich näher eingehen möchte. Die ersten beiden Kerzen weisen auf ein bearishes Harami hin. Es folgte eine weitere bearishe Kerze, die unter dem Tief des Harami schloss. Diese Kerzenkombination wird als Three Inside Down bezeichnet und stellt ein starkes Verkaufssignal dar, wenn diese an Kurshochs auftritt. Anschließend folgte eine zweiwöchige Korrekturbewegung von mehreren hundert Punkten in Form einer Flagge. Im tertiären Trend wird eine Flaggenbildung als Fortsetzungsformation des übergeordneten Trends angesehen. Die Formation wurde ihrem Ruf gerecht und in der KW14 gelang der Ausbruch mit einer Kurslücke und einer starken weißen Kerze. Der Kurs orientierte sich in den darauffolgenden Tagen an der Rückkehrlinie des Trendkanals und am Freitag, den 10.04.2015 folgte eine weitere Kurslücke und der Ausbruch (starke weiße Kerze in der gelben Ellipse am ATH der KW15) aus dem Trendkanal. Anschließend folgte der starke Abverkauf an den letzten beiden Handelstagen der KW16. Die Kurslücke vom 10.04.2015 (Ausbruch aus dem Trendkanal am ATH) ist somit als Erschöpfungslücke zu werten und die Signale sollten Beachtung finden. In der linken grünen Ellipse können Sie erkennen, dass sich in der KW19 ein Bullish Engulfing ausbildete und am Folgetag folgte zur Eröffnung eine Kurslücke, die anschließend geschlossen wurde. Der Tag endete mit einer langen weißen Kerze, die über dem Engulfing und nahe dem Kurshoch geschlossen hat. Diese Kerzenkombination wird Three Outside Up bezeichnet und stellt nach Konsolidierungen bzw. Korrekturen ein starkes bullishes Signal dar, auf das ich in der KW19 hingewiesen hatte. Das Signal wurde jedoch nicht bestätigt und ist somit als Fehlsignal zu werten. In der KW21 folgte nach der starken weißen Kerze vom Montag eine aufwärts gerichtete Kurslücke und Kursgewinne von mehreren hundert Punkten. Der Index ist mit der Kurslücke regelrecht in seinen Trendkanal zurückgesprungen. Leider blieben die Anschlusskäufe aus und auch das Volumen nahm an den Folgetagen wieder ab. Die Signalbestätigung für die Kurslücke ist somit ausgeblieben, was ein erneutes Warnsignal darstellte. Bereits am vergangenen Donnerstag kündigte sich an, dass die starke weiße Kerze vom Mittwoch keine nachhaltigen Anschlusskäufe findet und so fielen die Kurse am Freitag weiter zurück. Die Warnsignale (fehlende Bestätigungen) bei bullishen Kursformationen häufen sich. Es ist Vorsicht geboten. Das Triple Cross Over-System (SMA20, SMA50 und SMA200) sendet seit der KW20 ein vorläufiges Verkaufssignal, indem der SMA20 den SMA50 von oben nach unten gekreuzt (Dead Cross) hat. Die Kursmarke von 10.850 Punkte stellt die aktuelle Unterstützung im Tageschart dar. Der Widerstand ist bei 11.460 Punkte auszumachen. Die Trendfolgeindikatoren MACD (19, 39, 9 und 12, 26, 9) weisen beide Verkaufssignale aus. Der Kaufsignal beim SlowStochastik sollte alleine betrachtet nicht überbewertet werden. Swingtrader mit Longpositionen sollten den Stopp Loss zur Gewinnabsicherung bei 10.850 Punkte platzieren.
Im Point&Figure-Chart (Stundenchart, Boxgröße = 0,5%, Reversal = 3) konnte das in der KW08 geformte Dreifachtop nachhaltig überwunden werden. Anschließend folgten zwei weitere Doppeltops, die nach oben aufgelöst wurden. Das gleicht einem „Backing and Filling“ und untermauerte den starken Aufwärtstrend. Das Kursziel bei 12.176 Punkte (Ableitung aus 11/2014) wurde mit dem ehemaligen ATH in der KW12/2015 erreicht. Zudem wurde das Kursziel bei 12.298 Punkte abgearbeitet. Das nächste Kursziel ist bei 12.735 Punkte auszumachen und ist trotz der laufenden Konsolidierung weiterhin aktiv. Der Kurs hat seine sekundäre, aufwärts gerichtete Trendlinie (gestrichelte schwarze Linie) in der KW20 unterschritten. Das Kursziel auf der Shortseite mit 10.484 Punkte ist aktiv und hat mit dem Unterschreiten der 11.130 Punkte-Marke an Relevanz gewonnen. In der kommenden Handelswoche könnten die Kurse erneut durch das Hin und Her mit Griechenland und einige interessante Wirtschaftsdaten beeinflusst werden. Neben dem wöchentlichen „DAX – Rückblick und Ausblick“ erstelle ich seit einigen Wochen eine Umfrage zur DAX-Performance für die kommende Handelswoche. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich die Zeit nehmen und an der DAX – Performance-Umfrage für die kommende Woche teilnehmen.

KW24 DAX Stundenchart P&F

 


KW24 DAX StundenchartAusblick und Timing für Trader
:

Ausblicke und Prognosen sind immer in Wenn/Dann-Szenarien zu betrachten und finden bei meinen Betrachtungen ihre Relevanz auf Schlusskursbasis im Stundenchart. Alle folgenden Szenarien finden ihre Gültigkeit und Umsetzung nur dann, wenn die Kriterien auf Schlusskursbasis im Stundenchart zutreffen!
Im Stundenchart können Sie die Kursbewegungen der letzten beiden Handelswochen gut nachvollziehen. Vom Tief am Dienstag konnte der DAX nahezu 600 Punkte bis zum Wochenhoch am Donnerstag zulegen. Diese Kurserholung korrigierte bis zum Freitag um etwas mehr als 62% (Fibonacci-Retracement). Das Triple Cross Over-System bestätigt die erneute Abwärtsbewegung mit einem vorläufigen Verkaufssignal. Der Trendfolgeindikator MACD bestätigt die Verkaufssignale aus dem Chart ebenfalls. Anhand von Support- und Resistanceansätzen lassen sich folgende Tradingszenarien ableiten:
Steigt der DAX über 11.375 Punkte, können mutige Trader erste Longpositionen riskieren, wobei das Triple Cross Over-System das vorläufige Verkaufssignal negiert haben sollte. Fällt der DAX hingegen unter 11.060 Punkte, können Shorttrader erste Positionen platzieren bzw. können bereits gehaltene Positionen ausgebaut werden. Weniger mutige Shorttrader warten Kurse unter 10.850 Punkte zum Einstieg ab. Ausblick und Timing richten sich an Swing- und Daytrader. Die genannten Tradingszenarien beziehen sich auf die Schlusskursbasis im Stundenchart. Die komplette Analyse bezieht sich auf die Schlusskursbasis der Xetra-Kurse. Beobachten Sie die Entwicklung an den Märkten und traden Sie zunehmende Wahrscheinlichkeiten, unabhängig ob long oder short!

 

Peter D.
Traden Sie was Sie sehen, nicht was Sie denken!

Die hier vorgestellten Kommentare und Marktanalysen sind keine Beratung oder Wertpapierdienstleistung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und stellen keine Handlungsempfehlung zum Kauf oder Verkauf jeglicher Art von Wertpapieren oder Derivaten dar. Für eventuell entstehende finanzielle Schäden wird keine Haftung übernommen. Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

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