DAX – Rückblick KW11/2016 und Ausblick KW12/2016

DAX - Woche KW1116Rückblick und Fakten:
Der DAX notiert am Ende der abgelaufenen Handelswoche bei 9.951 Punkten. Das entspricht im Wochenvergleich einem Kursgewinn von 120 Punkten (+1,2%). Der sekundäre Abwärtstrend hat sich nach dem Fehlausbruch in der KW(47/48)/15 beschleunigt und hat in der KW06/16 ein neues Jahrestief bei 8.699 Punkten markiert. Die langfristige logarithmische Trendlinie (Tiefpunkte 2009/2011) bot Unterstützung. Die letzte größere Aufwärtsbewegung (September 2015 bis Anfang Dezember 2015) wurde etwas über das 127%-Fibonacci-Retracement hinaus korrigiert. Wiederholt sich die Abwärtsbewegung aus 2015 (linkes rotes Rechteck), lässt sich ein Kursziel bei 8.365 Punkte ermitteln, welches sehr gut mit dem Kurstief aus 10/14 übereinstimmt. Die Wochenkerze der vergangenen Handelswoche weist eine ungewöhnlich enge Range von 302 Punkten auf. Die Kerze gleicht einem Doji und stellt somit eine Pattsituation zwischen Bullen und Bären dar. Es ist bereits die fünfte Wochenkerze in Folge, bei der steigende Hoch-, Tief- und Schlusskurse zu verzeichnen sind. Das Dead Cross der beiden SMAs (10 und 40) ist weiterhin aktiv. Durch die Kurserholung der letzten Wochen, beginnt der SMA10 allmählich nach oben zu drehen. Das in der KW08/16 erzeugte Kaufsignal beim SlowStochastik wird jetzt auch vom Trendfolgeindikator MACD bestätigt. Übergeordnet befindet sich der DAX weiterhin im Abwärtstrend.

DAX - Tag KW1116Im Tageschart hat sich am Top (Anfang Dezember) der letzten großen Aufwärtsbewegung eine bearishe Umkehrformation in Form eines Three Outside Down (gelbes Rechteck) ausgebildet, welches am Folgetag mit einer langen schwarzen Kerze und steigendem Volumen seine Bestätigung fand. Der Kurs fiel unter die bestätigte Aufwärtstrendlinie (schwarz gestrichelt) und unter die mittelfristige Abwärtstrendlinie zurück. Die Korrektur endete nahezu punktgenau am 62%-Fibonacci-Retracement der letzten Aufwärtsbewegung (das Retracement ist aus Übersichtsgründen nicht mehr im Chart eingezeichnet). Die anschließende Kurserholung endete zum Jahresende 2015 erneut an der mittelfristigen Abwärtstrendlinie. Zum Jahresauftakt folgte die Ernüchterung und der Index hinterlässt eine deutliche Kurslücke (rotes Rechteck), die selbst im Wochenchart zu finden ist. Bereits am ersten Handelstag wurde das Zwischentief bei ca. 10.400 Punkten (22.12.2015) auf Schlusskursbasis unterschritten. Mit der Unterschreitung des Tiefs bei 10.123 Punkten (14.12.2015) hatte sich ein vorläufiger und beschleunigter Abwärtstrend ausgebildet. Der Kursanstieg, der auf das Zwischentief bei 9.315 Punkten folgte, endete punktgenau am 38,2%-Fibonacci-Retracement (9.905 Punkte), das ebenfalls aus Übersichtsgründen nicht mehr im Chart eingezeichnet ist. Der Anstieg erreichte die Trendkanallinie nicht und konnte somit als Zeichen der Stärke des beschleunigten Abwärtstrends gewertet werden. In der KW06/16 rutschte der DAX unter die Rückkehrlinie seines Abwärtstrends und fand erst bei der 8.700 Punkte-Marke seine Unterstützung.

Die ersten drei Tageskerzen der abgelaufenen Handelswoche bewegten sich in einer engen Range von 150 Punkten. Die Seitwärtsbewegung deutete darauf hin, dass der Markt in Wartestellung auf die am Mittwochabend stattgefundene FED-Pressekonferenz übergegangen war. Am Donnerstag kam Bewegung in die Kurse. Trotz anfänglicher Kurslücke wurde der Anstieg vom 50%-Fibonacci-Retracement der letzten größeren Abwärtsbewegung nach oben begrenzt. Der Index fiel in den ersten Handelsstunden rasant zurück und schloss die Kurslücke vom Montag. Zeitweise ist der Index unter die Trendlinie seines Trendkanals zurückgefallen, konnte sich jedoch per Schlusskurs in den Kanal zurückkämpfen. Am großen Verfallstag folgte eine Kerze in Form eines Inside Day, der seinen Schlusskurs im Trendkanal behaupten konnte. Der Widerstand bei 9.905 Punkte konnte in der abgelaufenen Woche mehrfach per Schlusskurs überwunden werden. Beim SMA20 und SMA50 ist mittlerweile ein Golden Cross zu verzeichnen. Das Tief vom Donnerstag stellt die aktuelle Unterstützung (9.740 Punkte) dar und über dem Hoch vom Donnerstag wartet ein Bollwerk an Widerständen (50%-Fibo, Oberkante Kumo aus IKH, SMA100, EMA200, mittelfristige Abwärtstrendlinie, 62%-Fibo und SMA200), an denen sich der DAX sicherlich einige Zähne ausbeißen und manchen Trader verzweifeln lassen wird. Der SlowStochastik weist auf eine überkaufte Situation hin und scheint eine Divergenz zur Kursbewegung auszubilden, die im Histogramm des Trendfolgeindikators MACD bereits vorliegt.
Im Point&Figure-Chart (Stundenchart, Boxgröße = 0,5%, Reversal = 3) konnte das ausgebildete Doppeltop der KW41/15 nach oben aufgelöst werden und das Kursziel bei 11.469 Punkten wurde aktiviert. Das Kursziel wurde bis auf 38 Punkte angelaufen, anschließend setzte die Korrektur in der KW49/15 ein. Durch das Unterschreiten der 10.748 Punkte-Marke (KW49/15) wurde das Kursziel mit 9.680 Punkten auf der Shortseite aktiviert, welches durch den Bruch der Unterstützung bei 10.589 Punkten an Relevanz gewonnen hatte. Diese Kursmarke wurde in der KW02/16 erreicht und selbst die beiden Kursziele im Bereich von 8.900 Punkten wurden in der KW06/16 abgearbeitet. Auf der Longseite sind die Kursziele mit 10.432 Punkte und 11.020 Punkte aktiv. Das erstgenannte Ziel hat mit dem Übersteigen des Vierfachtops (9.584 Punkte-Marke) an Relevanz gewonnen.
In der kommenden Handelswoche können die Kurse erneut durch einige interessante Wirtschaftsdaten beeinflusst werden. Neben dem wöchentlichen „DAX – Rückblick und Ausblick“ erstelle ich eine Umfrage zur DAX-Performance für die kommende Handelswoche. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich die Zeit nehmen und an der
Umfrage für die kommende Handelswoche teilnehmen.

DAX - Stunde KW1116 P+F

 

DAX - Stunde KW1116Ausblick und Timing für Trader:
Ausblicke und Prognosen betrachte ich in Wenn/Dann-Szenarien und finden bei meinen Einschätzungen ihre Relevanz auf Schlusskursbasis im Stundenchart. Alle folgenden Szenarien finden ihre Gültigkeit und Umsetzung nur dann, wenn die Kriterien auf Schlusskursbasis im Stundenchart zutreffen!
Im Stundenchart können Sie die Kursbewegungen der letzten beiden Handelswochen nachvollziehen. Die Seitwärtsbewegung (gelbes Rechteck) sowie das doppelte False Breakout der Vorwoche sind gut zu erkennen. Der Kurs befindet sich am 62%-Fibonacci-Retracement der Wochenrange. Anhand von Support- und Resistanceansätzen lassen sich folgende Tradingszenarien ableiten: Steigt der DAX über 10.070 Punkte, können erste Longpositionen platziert werden bzw. können bereits gehaltene Longpositionen aufgestockt werden. Bitte beachten: Unmittelbar darüber warten die o.g. Widerstände. Hier muss mehrfach mit Kursrückschlägen gerechnet werden, die bei enger Stoppsetzung teuer werden können! Sollte ein dynamischer Anstieg über die Widerstände gelingen, dann ist der Ausbruch bullish zu werten und es ist mit weiteren Kursaufschlägen zu rechnen. Fällt der Index hingegen unter 9.880 Punkte und unter die Trendlinie seines Trendkanals zurück, können Shortpositionen lukrative Alternativen darstellen. Dieses Signal sollte durch ein Verkaufssignal beim Trendfolgeindikator MACD untermauert werden. Unterhalb von 9.740 Punkten können die Positionen aufgestockt werden. Ausblick und Timing richten sich an Swing- und Daytrader. Die genannten Tradingszenarien beziehen sich auf die Schlusskursbasis im Stundenchart. Die komplette Analyse bezieht sich auf die Schlusskursbasis der Xetra-Kurse. Beobachten Sie die Entwicklung an den Märkten und handeln Sie zunehmende Wahrscheinlichkeiten, unabhängig ob long oder short!

 

Peter D.
Traden Sie was Sie sehen, nicht was Sie denken!

Die hier vorgestellten Kommentare und Marktanalysen sind keine Beratung oder Wertpapierdienstleistung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und stellen keine Handlungsempfehlung zum Kauf oder Verkauf jeglicher Art von Wertpapieren oder Derivaten dar. Für eventuell entstehende finanzielle Schäden wird keine Haftung übernommen. Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

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